Aufstand in den USA: BLM, Pandemie, Klassenkampf

Am 5. August 2020 fand eine Veranstaltung mit Vortrag und Diskussion bezüglich des aktuellen Aufstands in den USA statt. Diskutiert wurden die Geschichte der USA, die Entwicklung des US-amerikanischen Kapitals durch die Sklaverei, die historische und aktuelle Rolle der Polizei und die Verbindung zwischen der Pandemie und den Demonstrationen, die ohne Unterbrechung täglich weiter stattfinden.

Ein grober Überblick bezüglich der Beziehung zwischen der Unterdrückung der afrikanischen Völker in den USA und der Entwicklung des US-amerikanischen Kapitals.

1. Es muss hervorgehoben werden, dass ohne die massive Ausbeutung der versklavten Afrikaner (und den Landraub, der dieser voranging) das Wachstum des US-Kapitals nicht möglich gewesen wäre. Per Gesetz wurden versklavte afrikanischen Menschen als Privateigentum der ,,Sklavenherren“ betrachtet; dieser Zustand wurde auf die folgenden Generationen vererbt. Die einzigen Wege, sich von der Sklaverei zu emanzipieren, waren die Flucht oder eine militärische Besatzung von außen wie jene nach Ende des US-amerikanischen Bürgerkrieges.

2. Die ersten Polizeieinheiten des Landes sind als ,,Slave catchers“ (Sklavenfängerbanden) entstanden. Das heißt, dass durch die Jagd und Festnahme von entflohenen versklavten Afrikaner die Hauptrolle der Polizei in den USA der Schutz des Privateigentums und der Interessen der Kapitalisten war –– und so ist es bis heute.

*Derzeit ist die Zahl der Toten auf fast 170.000 gestiegen.

3. Das Leben der US-Bürger wird heutzutage nicht nur vom Tod durch COVID-19 bedroht, sondern auch durch die ökonomische Lage des Landes wegen der Nachlässigkeit der Regierung im Verlauf der Pandemie. Die meisten Bürger, die finanzielle ,,Unterstützung“ von der Regierung erhielten, bekamen eine einmalige Zahlung von $1.200 — genügend für eine oder anderthalb Monatsmieten, wenn überhaupt. Die aktuelle ökonomische Situation ist so degeneriert, dass gegen 20 Millionen Bürger (20% von denen, die entweder Miete oder Hypothek bezahlen) von Zwangsräumung bedroht sind. Zusätzlich gibt es etliche Millionen die unter Lebensmittelknappheit leiden. All das führt dazu, dass die aktuelle Demonstrationen, die sich gegen Polizeigewalt, Rassismus, und die grundlegenden Probleme des US-amerikanischen Systems richten, nicht nur den Rassismus anprangern, sondern die Klassenfrage stellen. Der Raub des Landes und die Ermordung der Indigenen, die Entmenschlichung, Verschleppung und Versklavung der Afrikaner und die Ausbeutung der Arbeiter aller Ethnien sind das blutige Fundament, worauf die USA gebaut sind. Deswegen ist es notwendig, die Demonstrationen in den USA als einen Teil eines klassenkämpferischen Prozesses zu betrachten; nur wenn der Kapitalismus besiegt wird, kann der Rassismus besiegt werden.

Wenn Arbeitnehmer nicht arbeiten, können sie kein Geld verdienen. Wenn Proteste die Straßen lähmen, können sie kein Geld verdienen. Das sind die Vereinigten Staaten, wo der allmächtige Dollar alles kontrolliert. Wenn sie also alles hinter dem Geld zurückstellen wollen, werden wir ihr Geld stoppen, bis das Leben der Schwarzen in diesem Land eine Rolle spielt. Das ist keine Unruhe, das ist ein Aufstand. Das ist keine Unruhe, das ist eine Rebellion. Und erfolgreiche Aufstände und Rebellionen werden zu Revolutionen!

-Eugene Puryear, Partei für Sozialismus und Befreiung

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