Beitrag der Künstlergruppe „Alles.Scheizse“ bei der M&R Künstlerkonferenz

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Bild: Alles.Scheizse/Melodie&Rhythmus

„An die Besucher der M&R-Konferenz, die Leserinnen und Leser der jungen Welt,
sehr geehrte wahnhafte Antiimperialisten und strukturell islamobolschewistische Gegner der freien Welt!

Von mehreren ideologiekritischen Twitter-Usern und anderen Jungle-World-Abonnenten, die 3 Semester Philosophie studiert und ihre Bachelor-Arbeit über Antisemitismus in der Linken geschrieben haben, wurde uns zugetragen, dass hier heute ein erneuter Versuch stattfindet, antiwestliche Ressentiments, steinzeitkommunistischen Gesinnungskitsch und friedensbewegtes Gutmenschentum in eine antiaufklärerische Mélange zu verrühren.

Das werden wir nicht unwidersprochen lassen! Denn wo Internationalisten und Klassenkampf- Marxisten von »Gegenkultur« reden, da sind verkürzte Kapitalismuskritik, solidarisches Gemenschel, Islamfaschismus, Forderungen nach Menschenrechten für Palästinenser und andere Elemente des linken Nationalsozialismus nicht weit. Und darum werden wir hier konsequent das Banner der Kritik hissen und mit der Stimme der Vernunft durch Neukölln grölen:

Ihr Hippies müsst den Tatsachen mal ins Auge sehen! Das mit dem Verein freier Menschen wird nichts mehr – uns bleibt nichts anderes übrig, außer auf Grundlage der deutschen Staatsräson den Verein islamfreier Warenmonaden aufbauen! Das hat sinngemäß schon Max Horkheimer gesagt: Radikal sein heißt heute, bei Facebook Linke und Muslime verächtlich zu machen, bürgerlichen Zynismus zu zelebrieren und abendländische Kriege und Regime-Change-Politik als das anzuerkennen, was sie sind: ein notwendiges Übel zur Zivilisierung der lateinamerikanischen Horden und anderer Israelkritiker. Frei nach Luxemburg: Die NATO ist großartig, alles andere ist Quark. Wer das nicht begreifen will, ist Betonmarxist, Antisemit oder sogar Moslem.

Und überhaupt: Der Kommunismus ist erledigt! Jedenfalls dürfen wir niemals vergessen, wie Karl Marx zusammen mit Jeremy Corbyn und Pol Pot in Venezuela mehr Pflegepersonal einstellte, die Immobilienkonzerne enteignete und mit der Einführung von Mindestlöhnen und Krankenversicherungen auf einen Schlag zwölf Trillionen Menschen vernichtete. Ist es das, was ihr wollt?! Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!

Also akzeptiert die Welt endlich, wie sie ist. Es gilt zu begreifen, was Kritische Theoretiker wie Marx, Adorno, Henryk Broder, Julian Reichelt oder Donald Trump längst wissen: Wer heute Freiheit und Fortschritt verteidigen will, muss sich klipp und klar zum Westen bekennen. Das bürgerliche Glücksversprechen wird am Hindukusch verteidigt. Die verwaltete Welt und die Kulturindustrie sind keine Herrschaftsinstitutionen, sondern Bastionen der Kritik und der Aufklärung. Nicht das Proletariat ist die revolutionäre Klasse, sondern die Bourgeoisie – denn sie verhindert, dass die Kommunisten mit ihrer personalisierten Kapitalismuskritik wieder Pogrome anzetteln. All das haben Adorno und Horkheimer schon in ihrem bedeutendsten Werk mit dem Titel „Warum die Aufklärung geil ist und sonst nichts“ ausgeführt.

Die größte Bedrohung für die Zivilisation, also für den Westen, kommt heute erstens von Linken und zweitens von Moslems. Sie ergehen sich im völkischen Gemeinschaftskult und predigen die Zärtlichkeit der Völker, die Nestwärme der autochtonen Barbaren. Doch was sie antreibt, ist vor allem eins: Der wahnhafte Hass auf’s Abstrakte und auf die Moderne, kurz: Antisemitismus. Diese Querfront gilt es aufzuhalten. Wenn es sein muss, auch zusammen mit der AfD oder der CDU. Die sind immerhin auch gegen Muslime und Linke.

Wir werden unmissverständlich an der Seite Israels stehen und aufpassen, dass die Muslime keinen zweiten Zivilisationsbruch begehen. Wir haben den Holocaust schließlich nicht verbrochen, um jetzt nicht Muslime und linke Juden dafür maßregeln zu können! Und von israelkritischen, also selbsthassenden Juden lassen wir uns dabei erst recht nichts sagen. Wer hier als Jude sprechen darf und wer nicht, entscheiden immer noch wir Deutschen. An dieser Stelle grüßen wir Jutta Ditfurth, die heute leider nicht bei uns sein kann.

In diesem Sinne:

Wir brauchen kein Floß der Medusa, wir brauchen mehr Flotten und Merkavas!
Melodie & Rhythmus – das ist was für Ottofressen, unsre Jungs brauchen Munition und Rüstung.
Schluß mit der Gegenkultur dieser Elendsgestalten, wir verlassen uns auf Springer und Burda, Jungle World und Rupert Murdoch, die Stimmen der Vernunft.
Migrantofaschismus und Wüstenbolschewismus, nein Danke!
Rheinmetall und Heiko Maas – das sind echte Antifas!“

PS: Talib Kweli, if you read this: you can not dive here so me nothing you nothing up and tell us what from your crazy opinion. Self guilty, when the Open Source Festival doesn´t want you people there and all. Put yourself with antisemitism out of each other!

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