FREIHEIT FÜR JULIAN ASSANGE!

Rede am 13.4.2019 vor dem USA-Konsulat Hamburg bei einer Solidaritätskundgebung für die Bolivarianische Republik Venezuela und ihren Präsidenten Nicolas Maduro:


FREIHEIT FÜR JULIAN ASSANGE!

Das ist, was wir hier fordern, vor dem Hamburger Konsulat der USA, die einen neuen Krieg begonnen haben gegen Venezuela. Freiheit für Julian Assange, der arbeitet gegen diese Kriege; keine Auslieferung durch die britischen Behörden!

Eingesperrt und verurteilt gehören jene, die Kriege beginnen und Kriegsverbrechen begehen – nicht jene, die diese Taten aufdecken und veröffentlichen…

Gerade heute kommt die Nachricht, dass der Internationale Strafgerichtshof Kriegsverbrechen von US-Soldaten in Afghanistan nicht verfolgen wird, weil es wegen der fehlenden Kooperation der  Regierung und Behörden der USA keine Chance für entsprechende Ermittlungen gibt. Der Vorsitzenden dieses internationalen Gerichts verweigert die USA-Regierung sogar die Einreise in die USA.

Freundinnen und Freunde, die Wahrheit aufzudecken wie Julian Assange das getan hat, die Wahrheit mit allen Mitteln aufzudecken, ist kein Verbrechen sondern eine humanistische Tat, eine Verpflichtung. Schon in der noch analogen Zeit, vor 40, 50 Jahren, gab es Menschen, die danach handelten, Mitarbeiter von CIA und NSA, die Kriegsverbrechen der USA-Aggressoren in Vietnam aufdeckten, ihre Beteiligung an Unterdrückung, Folter und Terror in Lateinamerika öffentlich machten… Philip Agee, Barton Osborne, Winslow Peck, William Blum… sie nahmen von ihren Dienststellen Dokumente, Mikrofilme, Tonbänder, Fotos, um die Verantwortlichen der USA vor der Welt anzuklagen. Die Folge waren Anklagen gegen sie, Auslieferungsbegehren der USA-Regierung und auch Mordversuche der Ex-Arbeitgeber, so gegen meinen Freund und Genossen Philip Agee.

Und sie alle und heute Julian Assange und seine Kolleginnen und Kollegen taten und tun das nicht  für Rußland, China oder Cuba – sie handeln für ihr Gewissen, für den Humanismus, dafür, daß ihre Heimat, daß die USA nicht mehr Ausgangspunkt sind für Krieg, Terror, Folter, sondern als Gleiche anerkannt unter den Völkern und Nationen der Welt, gleich mit allen, mit Venezuela und Cuba, der Volksrepublik Korea und Nicaragua, Iran und Syrien, daß auch sie, diese USA, für Frieden und Völkerfreundschaft stehen.

FREIHEIT FÜR JULIAN ASSANGE!

 


Anmerkungen:

Philip AGEE arbeitete von Mitte der 50er bis Ende der 1960er Jahre als operativer CIA-Agent in Lateinamerika, u.a. in Mexico und Uruguay. In Mexico war er im Sommer und Herbst 1968 zur Zeit der Unterdrückung und des Massakers auf der Plaza de las tres Culturas. Dann entschied er sich, sein Wissen und seine Erfahrungen öffentlich zu machen und gegen diese Praktiken zu arbeiten. Dazu sein Buch „Inside the Company“(Penguin  1975), deutsch „CIA INTERN“(Attica Verlag Hamburg 1975)

Barton OSBORNE arbeitete als Agentenführer im US Army Intelligence and Security Corps, davon 18 Monate in Vietnam zur Zeit der CIA-„Operation Phoenix“, deren Ziel es war, den Befreiungskämpfern die Unterstützung ihres Volkes zu entziehen. In dieser Operation wurden zehntausende vietnamesischer Frauen und Männer gefangen, gefoltert und dann ermordet. Barton Osborne machte, unter anderem, dieses furchtbare Mordprogramm öffentlich.

Winslow PECK arbeitete als Analytiker für die NSA (National Security Agency) in Istanbul, Frankfurt/Main und Vietnam. Er machte detailliert  die bereits damals flächendeckende Überwachung der Kommunikation in Wirtschaft, Militär, Verwaltung, Diplomatie durch die NSA in Westeuropa öffentlich.

William BLUM arbeitete für das State Department  im diplomatischen Dienst. In der Zeit der sozialistischen Regierung von Salvador Allende war er Anfang der 1970er in Chile.  Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zum USA-Imperialismus und seinen subversiven Praktiken.

Ein Ergebnis dieses Frontwechsels der Genossen war die Herausgabe der Zeitschrift „COUNTERSPY“; ihre Fortsetzung hat sie heute im Internet mit covertactionmagazine.com.

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