Barcelona — Diada 11.09.2018. Nationalfeiertag bringt Hunderttausende auf die Straßen

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Schon mittags sind die Bahnhöfe in den Provinzstädten voller Menschen mit catalanischen Fahnen. Viele tragen T-Shirts für die Unabhängigkeit oder für die Freiheit der politischen Gefangenen. An jeder Station werden es mehr. Wo die Autobahn parallel zur Bahn verläuft ist eine lange Kolonne von Bussen zu sehen, die auf dem Weg zur Demo nach Barcelona sind.
Fast ein Jahr nach dem Referendum vom 1. Oktober 2017 sind Hunderttausende dabei, ihre trotz massiver Gewalt des spanischen Staates getroffene Entscheidung zu bekraeftigen: Sí! – Ja zu einer unabhängigen Republik Catalunya!
Ziel ist es, die Barcelona viele Kilometer quer durchziehende Hauptstraße Avinguda Diagonal mit Demonstranten zu füllen. Dass dies passieren wird, ist schon am frühen Nachmittag zu erkennen. Menschen jeden Alters, aber vor allem junge mit catalanischen Fahnen, füllen die breite Fahrbahn und die Gehwege, ohne dass ein Anfang oder ein Ende zu erkennen ist. Am Ende, gegen 18h, wird die Zahl der Demonstranten auf über eine Million geschaetzt.
Es gibt immer wieder Sprechchöre, die Freiheit, Unabhängigkeit und Freiheit für die politischen Gefangenen fordern — jene von Madrid für das Referendum und die Ausrufung der Unabhängigkeit verantwortlich gemachten Aktivistinnen und Aktivisten sind weiterhin, seit fast einem Jahr, in U-Haft. Gefordert wird auch die Rückkehr jener, die die drohende Verfolgung durch die Madrider Regierung gezwungen hat in ein Exilland zu gehen, wie Präsident Puigdemont. Grußbotschaften von einigen von ihnen werden verlesen mit dem Aufruf, auf dem Weg zur Unabhängigkeit unbeirrt weiter zu gehen. Ein Transparent: „Die spanische Justiz ist nicht blind – sie ist „Cara al sol““ – das ist die Hymne der Francofaschisten. Ein anderes: „Unsere einzige Fahne ist die der Freiheit!“, und, sehr groß, über einen ganzen Platz: „Republik = Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie!“
Zum Abschluss der Demo wanderte eine wohl über 100meter lange und 50meter breite catalanische Fahne ueber die Köpfe der Hunderttausenden und die alte Hymne wurde gesungen – „Els Segadors“ (hier auf einem Konzert für die Befreiung der politischen Gefangenen am 02.12.17)
In einem Interview, das in der Demozeitung gedruckt ist, sagt der vor der drohenden langen Gefängnisstrafe ins belgische Exil geflüchtete Rapper Valtonyc: „Ich bin ein Verteidiger des Rechts auf Selbstbestimmung. Als Kommunist meine ich auch, dass die Unabhängigkeit Catalunyas die spanische Bourgeoisie und den spanischen Staat schwächt. Deshalb beschäftigt mich die catalanische Unabhängigkeit, weil sie auf lange Sicht dazu beiträgt, dass Spanien eine Volksrepublik wird. Außerdem ist (die Selbstbestimmung) ein unverhandelbares demokratisches Recht.“

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