»Der Staat hat keines seiner Versprechen gehalten« — jW

Abschluss des NSU-Prozesses: Terroropfer fordern echte Aufarbeitung und Entschädigung. Ein Gespräch mit Candan Özer

Candan Özer arbeitet in Köln als Kosmetikerin. Ihr Ehemann Atilla Özer wurde bei dem mutmaßlich von der rechten Terrororganisation NSU verübten Nagelbombenattentat am 9. Juni 2004 in der Kölner Keupstraße schwer verletzt. Er starb im September 2017

Ich finde es peinlich für einen Staat wie Deutschland, dass er mehr als fünf Jahre gedauert hat. Und dass ich meinen Mann 13 Jahre nach dem Anschlag begraben musste, ohne dass er Hilfe bekommen hätte. Der Prozess ändert für die Gesellschaft gar nichts. Es ist auch traurig, dass so vielen Deutschen der NSU immer noch kein Begriff ist. Denn wer so etwas nicht weiß, muss ja blind durch die Welt laufen.

(…)

Es wird nicht zu Ende gehen. Die Opfer waren Leute, die hier ihr Leben verbracht haben, die gearbeitet haben, sich immer an die Gesetze hier gehalten haben. Sie wurden verletzt oder umgebracht, um dann als Täter dargestellt zu werden. Deutschland darf sich nicht wundern, wenn wir irgendwann aufstehen und unser Recht einfordern.

https://www.jungewelt.de/artikel/335764.der-staat-hat-keines-seiner-versprechen-gehalten.html

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